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Dalai Lama

Seit mehr als 50 Jahren haben der XIV. Dalai Lama und seine Getreuen Wohnungen in Dharamsala in Nordindien bezogen. Von hier aus bereist das Oberhaupt aller Tibeter die ganze Welt und begeistert die Menschen. Zu seinen Veranstaltungen versammeln sich Tausende von Gläubigen, Anhängern und Interessierten. Seine Vorträge sind geprägt von tiefer Menschlichkeit. Niemanden lässt der Mann in der gelb-roten Kleidung kalt.

Die Wohnungen und Tempel der Tibeter wurden 1959 durch chinesische Kampftruppen zerstört. Eine Rückkehr in ihr Land und ihre Wohnungen ist den tibetischen Geistlichen verwehrt. Zahlreiche Veranstaltungen sorgen jedoch dafür, dass die Ungerechtigkeiten gegen das tibetische Volk nicht vergessen werden. Der Dalai Lama, inzwischen 75 Jahre alt, hat eine Vielzahl an Büchern zu verschiedenen Themen geschrieben, unter anderem über Liebe, Glück und den rechten Weg des Herzens. Er ist unentwegt auf Veranstaltungen zu sehen, bei denen es um die Themen Friede oder andere existenzielle Dinge geht. Seine Wohnungen sind seit Jahrzehnten mehr die Hotels dieser Welt als die noch recht neue Heimat in Nordindien. 1989 erhielt er für sein unermüdliches Wirken den Friedensnobelpreis.

Als politischer und religiöser Führer der Tibeter darf der Dalai Lama die Anrede "Eure Heiligkeit" in Anspruch nehmen. Doch will er in Kürze seiner politischen Vormachtstellung entsagen, bleibt aber als geistlicher Führer im Amt. Seine Nähe zum Christentum ist bekannt, auch durch Heinrich Harrer seine besondere Beziehung zum deutschsprachigen Europa. Zudem unterrichtet er oft an Schulen die ersten Einweisungen in die buddhistische Lehre. Als geistliche Nachfolger könnten eines Tages sowohl aus Tibet als auch aus Dharamsala Vorschläge kommen.

Tendzin Gyatsho, so der eigentliche Name des Mönches, den die ganze Welt als den XIV. Dalai Lama verehrt, vertritt eine gemäßigte Politik zugunsten Tibets. Im Gegensatz zu ihm fordern viele Exiltibeter dagegen die völlige Unabhängigkeit ihres alten Vaterlandes, während Tendzin Gyatsho für eine autonome Stellung innerhalb der Zentralrepublik China eintritt. Auf Veranstaltungen wird der Konflikt immer wieder deutlich. Die nachwachsende Jugend der Exiltibeter hat wenig Verständnis für Tendzin Gyatshos politischen Weg, der ebenso wie bei Mahatma Gandhi und Martin Luther King von dem Gedanken der Gewaltlosigkeit geprägt ist.

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