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Der Tibet Konflikt

Unter dem Tibet-Konflikt wird seit Jahrzehnten die anhaltende Auseinandersetzung zwischen der Bevölkerung Tibets und deren Exilregierung einerseits und der chinesischen Regierung verstanden. Phasen der politischen Verhandlungen wechseln sich erfolglos mit gewalttätigen Auseinandersetzungen ab.

Das umstrittene autonome Gebiet Tibet umfasst ein Gebiet von etwa 1,2 Millionen km² und wurde 1951 aufgrund eines Abkommens in die Volksrepublik China eingegliedert. Ursprünglich sah das Abkommen nach Besetzung durch die chinesische Armee sowohl die Souveränität des Dalai Lamas, des tibetischen Staatsoberhauptes, als auch die Selbstverwaltung des tibetischen Staates vor. Erhebliche Repressalien und militärische Bedrohung im Tibetaufstand durch die chinesischen Besatzer zwangen den Dalai Lama zu einer Flucht nach Indien, um im ausländischen Exil eine tibetische Regierung zu improvisieren. Die Aufspaltung und Eingliederung von Tibet in verschiedene chinesische Provinzen wiederum stellte einen Bruch des ursprünglichen Abkommens dar. Die tibetische Flagge wurde inklusive ihrer Motive in China verboten und wird heute nur im Ausland von der Exilregierung geführt.

Weltweit ist das Vorgehen Chinas völkerrechtlich umstritten. Während China die offizielle Auffassung vertritt, dass die Regionen im Himalaya bereits seit mehr als 700 Jahren dem chinesischen Staatsgebiet angehören, vertreten die Gegner die Auffassung, dass Tibet zum Zeitpunkt des fragwürdigen Abkommens bereits ein souveräner Rechtsstaat gewesen sei. Dann würde die zwangsweise Angliederung an China einer völkerrechtlich unzulässigen Annexion gleichkommen. Diverse Vermittlungsversuche für eine Annäherung seitens des Dalai Lamas wurden von China immer wieder zurückgewiesen, in der Führung des Landes muss die Exilregierung bis heute weiterhin aus dem Ausland improvisieren.

Währenddessen entzündet sich der tibetische Widerstand gegen die Besetzung durch China in unregelmäßigen Abständen und in teilweise blutigen Auseinandersetzungen. 1959 brach erstmals der Aufstand gegen die chinesischen Besatzer, heute bekannt als Tibetaufstand, los. In blutigen Kämpfen wurde der Aufstand niedergeschlagen. Offizielle Opferzahlen gibt es nicht, die tibetische Exilregierung spricht aber von zehntausenden Opfern unter der Bevölkerung. In der Folge begann China ab 1966 in der chinesischen Kulturrevolution mit der Zerstörung von tausenden Klöstern, religiöser Motive und Kulturdenkmälern Tibets. Diese schürten den Hass der Tibeter auf die chinesischen Besatzer noch zusätzlich. 1987, 1989 und 2008 kam es erneut zu Aufständen und Unruhen. Diese endeten in der Niederschlagung durch die chinesischen Streitkräfte und mit zahlreichen Todesopfern.

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